Zum Inhalt

Legale Online-Casinos in der Schweiz: Konzessionserweiterung und ESBK-Liste

Recht & Regeln · Veröffentlicht · Aktualisiert

Hände halten ein Smartphone mit unscharfem Casinospiel als Symbol für legale Online-Casinos in der Schweiz

Ein Online-Casino ist in der Schweiz nur legal, wenn eine Schweizer Spielbank es mit einer erweiterten Konzession betreibt. Die ESBK führt dazu eine öffentliche Liste. Der Beitrag erklärt das Verfahren, die aktuellen Plattformen und die Pflichten der Anbieter.

Inhalt dieser Seite (8)
  1. Die Grundregel: Online nur mit Schweizer Spielbank
  2. So kommt ein Casino zur Online-Konzession
  3. Die aktuelle Liste der ESBK
  4. Welche Pflichten legale Anbieter haben
  5. Woran man ein nicht bewilligtes Angebot erkennt
  6. Steuern auf Gewinne
  7. Fazit
  8. Häufige Fragen

Seit dem 1. Januar 2019 erlaubt das Geldspielgesetz (BGS) Online-Casinospiele in der Schweiz. Erlaubt heisst aber nicht frei zugänglich für jeden Anbieter: Das Gesetz knüpft das Online-Angebot an die Konzession einer landbasierten Schweizer Spielbank. Ein ausländisches Unternehmen kann keine eigene Schweizer Online-Lizenz beantragen. Wer wissen will, ob eine Plattform legal ist, findet die Antwort deshalb an einem einzigen Ort: in der Liste der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK).

Dieser Beitrag erklärt, wie ein Casino zur Online-Konzession kommt, welche Plattformen die ESBK aktuell aufführt, welche Pflichten legale Anbieter erfüllen müssen und woran man ein nicht bewilligtes Angebot erkennt.

Die Grundregel: Online nur mit Schweizer Spielbank

Spielbankenspiele wie Roulette, Blackjack, Poker gegen die Bank oder Slots dürfen nach dem BGS nur Spielbanken mit einer Konzession des Bundes anbieten. Konzessionen und Bewilligungen nach dem Geldspielgesetz gelten nur für die Schweiz (Art. 4 BGS). Der Bundesrat kann eine Spielbankenkonzession zusätzlich auf das Online-Angebot erweitern (Art. 9 BGS). Diese Erweiterung kann bereits mit dem Konzessionsgesuch oder auch während der Laufzeit der Konzession beantragt werden.

Das Ergebnis ist ein geschlossener Kreis: Jedes legale Online-Casino in der Schweiz gehört zu einer Spielbank, die auch ein physisches Casino im Land betreibt. Ein Überblick über die landbasierten Häuser und die beiden Konzessionstypen A und B findet sich im Beitrag zu den Spielbanken und Konzessionen in der Schweiz.

So kommt ein Casino zur Online-Konzession

Die Online-Erweiterung ist ein mehrstufiges Verfahren. Nach den Angaben der ESBK und dem Gesetz läuft es grob so ab:

  1. Konzession als Spielbank: Voraussetzung ist eine gültige Konzession A oder B. Die Spielbank muss eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht sein und unter anderem ein Sicherheitskonzept und ein Sozialkonzept vorlegen (Art. 8 BGS).
  2. Gesuch um Erweiterung: Die Spielbank beantragt die Erweiterung der Konzession auf Online-Spiele. Bei der Neukonzessionierung für die Periode ab 2025 gingen laut ESBK zwölf solche Gesuche ein.
  3. Entscheid des Bundesrats: Der Bundesrat entscheidet über die Erweiterung. Entscheide über Konzessionen sind nach Artikel 11 BGS nicht anfechtbar.
  4. Bewilligung der Spiele: Jedes einzelne Spiel braucht eine Bewilligung der ESBK (Art. 16 BGS). Erst danach darf die Plattform den Betrieb aufnehmen.
  5. Laufende Aufsicht: Die ESBK beaufsichtigt den Betrieb. Die Spielbank muss jährlich über die Wirksamkeit ihrer Schutzmassnahmen berichten (Art. 84 BGS).

Die aktuelle Liste der ESBK

Die ESBK veröffentlicht auf ihrer Website eine Übersicht der Spielbanken, die über eine Online-Erweiterung verfügen, mit dem jeweiligen Startdatum der Plattform. Laut einer Mitteilung der ESBK vom 2. Oktober 2026 bieten zehn der 21 Schweizer Spielbanken auch Online-Spiele an. Die Liste der ESBK (Stand 17. März 2026) nennt folgende Plattformen:

Spielbank (Standort)PlattformOnline seit
Badenjackpots.ch5. Juli 2019
Luzernmycasino.ch22. August 2019
Pfäffikononline.swisscasinos.ch2. September 2019
Davoscasino777.ch9. September 2019
Interlakenstarvegas.ch24. Februar 2020
Bern7melons.ch15. September 2020
Meyrinpasino.ch16. November 2020
Luganoswiss4win.ch1. März 2021
Mendrisioadmiral.ch16. Juli 2025
Locarnocasineo.ch17. März 2026

Die Liste ist nicht statisch. So hat der Bundesrat am 20. August 2025 die Online-Erweiterung des Airport Casino Basel widerrufen; dessen Plattform hatte den Betrieb bereits am 30. Juli 2025 eingestellt. Die Spielbank Mendrisio erhielt ihre Erweiterung am 26. Februar 2025 und ging am 16. Juli 2025 online, Locarno folgte im März 2026. Wer sicher sein will, prüft deshalb immer die aktuelle Fassung auf der Website der ESBK. Die Tabelle dient als Orientierung und ist keine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter.

Von 2019 bis zur neuen Konzessionsperiode

Das Geldspielgesetz trat am 1. Januar 2019 in Kraft, die erste Plattform ging gemäss ESBK am 5. Juli 2019 in Baden online. Bis Anfang 2021 folgten sieben weitere Spielbanken. Diese ersten Online-Erweiterungen galten für die alten Konzessionen, die Ende 2024 ausliefen.

Für die neue Periode schrieb der Bundesrat die Konzessionen 2022 neu aus. Am 29. November 2023 erteilte er die Konzessionen für die Jahre 2025 bis 2044. Gemäss dem Bericht der ESBK zur Neukonzessionierung hatten zwölf Bewerberinnen zusätzlich eine Online-Erweiterung beantragt. Eine Konzession läuft nach Artikel 12 BGS in der Regel 20 Jahre. Für Spielende bedeutet das eine stabile Ausgangslage: Die legalen Plattformen sind an Häuser gebunden, die für lange Zeit konzessioniert sind und von der ESBK laufend beaufsichtigt werden. Änderungen wie der Widerruf in Basel oder neue Plattformen wie in Mendrisio und Locarno zeigen aber, dass sich die Liste auch innerhalb einer Periode bewegt.

Wichtig für die Einordnung: Eine Online-Erweiterung ersetzt die Bewilligung der einzelnen Spiele nicht. Bietet eine Plattform ein neues Spiel an, muss die ESBK es vorher bewilligen. Damit kontrolliert die Aufsicht nicht nur, wer anbietet, sondern auch, was angeboten wird.

Welche Pflichten legale Anbieter haben

Der Unterschied zwischen einem legalen und einem nicht bewilligten Angebot zeigt sich vor allem beim Spielerschutz. Das Gesetz und die Geldspielverordnung (VGS) schreiben unter anderem vor:

  • Identifikation: Spielerinnen und Spieler sind vor Spielbeginn zu identifizieren (Art. 54 BGS). Online kann die Kontoeröffnung zunächst auf einer Selbstdeklaration beruhen; erreichen Einsätze oder Gewinne einen erheblichen Wert, ist eine vollständige Identifikation nach dem Geldwäschereigesetz nötig (Art. 68 BGS). Wie das in der Praxis abläuft, erklärt der Beitrag zur Verifizierung des Casino-Kontos.
  • Jugendschutz: Minderjährige sind von Spielbankenspielen und von online durchgeführten Grossspielen ausgeschlossen (Art. 72 BGS).
  • Limiten ab dem ersten Tag: Ab der Kontoeröffnung muss der Anbieter verlangen, dass Spielende tägliche, wöchentliche oder monatliche Höchstwerte für Einsätze oder Verluste festlegen. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung frühestens nach 24 Stunden (Art. 87 VGS).
  • Transparenz: Einsätze, Gewinne und das Nettoergebnis müssen jederzeit einfach einsehbar sein.
  • Spielpause: Spielende müssen vorübergehend für höchstens sechs Monate aus dem Spiel aussteigen können (Art. 89 VGS).
  • Spielsperre: Legale Anbieter sind an das schweizweite Sperrregister angeschlossen. Eine Sperre gilt bei allen Spielbanken, online wie vor Ort.

Mehr zu den Limiten und Ausstiegsmöglichkeiten steht im Beitrag zu Spielerschutz und Limits im Online-Casino.

Woran man ein nicht bewilligtes Angebot erkennt

Die zuverlässigste Prüfung ist der Abgleich mit der ESBK-Liste. Steht eine Plattform nicht darauf, verfügt sie nicht über eine Schweizer Konzession, auch wenn sie Schweizer Franken, deutschsprachige Seiten oder Schweizer Zahlungsmittel anbietet. Weitere Hinweise:

  • Der Betreiber hat seinen Sitz im Ausland und nennt keine Schweizer Spielbank als Konzessionsinhaberin.
  • Die Domain wird aus der Schweiz auf eine Informationsseite der Behörden umgeleitet. Dann steht sie auf der Sperrliste der ESBK oder der Gespa.
  • Beim Konto fehlt die Pflicht, Einsatz- oder Verlustlimiten festzulegen.

Wie die Sperrlisten funktionieren, ist im Beitrag zur Casino-Netzsperre in der Schweiz beschrieben. Laut ESBK machen sich Spielende in nicht bewilligten Online-Casinos nicht strafbar, sie spielen aber auf eigenes Risiko und ohne den Schweizer Spielerschutz. Allgemeine Kriterien für seriöse Anbieter fasst die Seite seriöse Online-Casinos zusammen.

Steuern auf Gewinne

Auch steuerlich macht die Legalität einen Unterschied. Nach Angaben der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) sind Gewinne aus legalen Schweizer Online-Casinos bis zum Freibetrag steuerfrei. Dieser liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1'071'000 pro Gewinn. Auf dem Teil, der den Freibetrag übersteigt, zieht der Anbieter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab. Gewinne aus ausländischen Online-Casinos fallen nicht unter diese Befreiung und sind als Einkommen zu versteuern.

Gewinn ausSteuerliche Behandlung (Bund)
Landbasierter Schweizer Spielbanksteuerfrei
Legalem Schweizer Online-Casinosteuerfrei bis CHF 1'071'000, darüber Einkommen und 35 % Verrechnungssteuer
Ausländischem Online-Casinoals Einkommen steuerbar

Fazit

Die Frage nach einem legalen Online-Casino lässt sich in der Schweiz eindeutig beantworten: Legal sind nur die Plattformen der konzessionierten Spielbanken, die der Bundesrat auf das Online-Angebot erweitert hat und die auf der Liste der ESBK stehen. Im Herbst 2026 sind das zehn Plattformen. Wer dort spielt, profitiert von Limiten, Transparenzpflichten, der Spielsperre und der Steuerbefreiung bis zum Freibetrag.

Bei Fragen zum eigenen Spielverhalten bietet SOS Spielsucht unter 0800 040 080 rund um die Uhr eine kostenlose und anonyme Beratung an.

Häufige Fragen

Wie viele legale Online-Casinos gibt es in der Schweiz?

Laut ESBK bieten im Oktober 2026 zehn der 21 Spielbanken auch Online-Spiele an. Die aktuelle Liste veröffentlicht die ESBK auf ihrer Website.

Darf ein ausländischer Anbieter eine Schweizer Online-Lizenz beantragen?

Nein. Das Online-Angebot ist an die Konzession einer Schweizer Spielbank gebunden, die der Bundesrat auf Online-Spiele erweitert. Ausländische Angebote ohne diese Konzession kommen auf die Sperrliste.

Sind Gewinne aus legalen Online-Casinos steuerfrei?

Bis zum Freibetrag von CHF 1'071'000 (Stand 2026) ja. Darüber gilt die Verrechnungssteuer von 35 Prozent. Details im Beitrag zu Online-Casino-Gewinnen und Steuern.

Muss ich bei einem legalen Online-Casino Limiten setzen?

Ja. Ab der Kontoeröffnung verlangt der Anbieter, dass Sie tägliche, wöchentliche oder monatliche Höchstwerte für Einsätze oder Verluste festlegen (Art. 87 VGS).

Quellen

  1. Online-Spielbanken – ESBK
  2. Medienmitteilung vom 2. Oktober 2026 – ESBK
  3. Bundesgesetz über Geldspiele (BGS), SR 935.51 – Fedlex
  4. Verordnung über Geldspiele (VGS), SR 935.511 – Fedlex
  5. Medienmitteilung zu Spielbankenkonzessionen vom 21. August 2025 – Der Bundesrat
  6. Geldspielgewinne und Geldspielgesetz – ESTV
  7. Bericht zur Neukonzessionierung der Spielbanken – ESBK

Wir können eine Provision erhalten, wenn Sie sich über Partnerlinks registrieren.18+Aufsicht: ESBKHilfe: sos-spielsucht.ch

Mehr im Ratgeber