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Bonus in Euro, Konto in Franken: Wechselkurs, Gebühren und Rechenbeispiele

Steuern & Geld · Veröffentlicht · Aktualisiert

Hände mit Bankkarte vor einem Laptop als Symbol für Wechselkurs und Gebühren bei Euro-Bonusangeboten

Ein Bonus in Euro wirkt auf den ersten Blick gleich gross wie einer in Franken. Zwischen Einzahlung und Auszahlung liegen aber Umrechnungen, Bearbeitungsgebühren der Karte und rechtliche Unterschiede. Der Beitrag zeigt, wo Kosten entstehen und wie sie sich berechnen lassen.

Inhalt dieser Seite (9)
  1. Wer in Euro abrechnet und wer in Franken
  2. Wo bei einer Fremdwährungszahlung Kosten entstehen
  3. Gebühren der Zahlungsmittel laut Anbieter
  4. Rechenbeispiele mit angenommenem Kurs
  5. Auszahlung: der Weg zurück in Franken
  6. Ein Beispiel aus dem bewilligten Bereich: EuroMillions
  7. Bonus und Steuern
  8. Übersicht der Kostenpunkte
  9. Häufige Fragen

Bonusangebote in Euro sind im Netz verbreitet. Für Spielerinnen und Spieler mit Wohnsitz in der Schweiz stellt sich dabei eine praktische Frage: Was bleibt von 100 Euro Bonus übrig, wenn das Bankkonto, die Debitkarte und am Ende auch die Steuererklärung in Franken laufen? Die Antwort hängt von drei Dingen ab: vom Wechselkurs, von den Gebühren des Zahlungsmittels und davon, ob das Angebot in der Schweiz überhaupt bewilligt ist.

Dieser Beitrag geht die einzelnen Kostenstellen durch. Alle Gebühren stammen aus den Preisangaben der jeweiligen Anbieter. Wo Wechselkurse oder Bonusbedingungen in Rechenbeispielen vorkommen, sind es ausdrücklich gekennzeichnete Annahmen und keine aktuellen Kurse.

Wer in Euro abrechnet und wer in Franken

Online-Casinospiele dürfen in der Schweiz nur Schweizer Spielbanken anbieten, die unter der Aufsicht der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) stehen. Lotterien und Sportwetten online bieten Swisslos und die Loterie Romande an. Eine Übersicht dazu steht im Beitrag zu legalen Online-Casinos in der Schweiz.

Wer ein Spielerkonto bei einer Schweizer Veranstalterin eröffnet, muss nach Artikel 47 der Geldspielverordnung (VGS) volljährig sein und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben. Gewinne und Guthaben dürfen nach Artikel 50 VGS nur auf ein Zahlungskonto überwiesen werden, das auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers lautet.

Angebote, deren Bonus in Euro ausgeschrieben ist, stammen in aller Regel von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung. Die ESBK führt eine Sperrliste solcher Angebote. Wer an einem unbewilligten Spielbankenspiel teilnimmt, macht sich laut ESBK nicht strafbar. Die ESBK weist in ihren Antworten auf häufige Fragen aber darauf hin, dass Einsätze und Gewinne in einem Strafverfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden können und dass Massnahmen des Sozialschutzes nicht gewährleistet sind.

Wo bei einer Fremdwährungszahlung Kosten entstehen

Bei einer Einzahlung in Euro mit einer Schweizer Karte entstehen typischerweise zwei Kostenblöcke:

  • Der Umrechnungskurs: Die Bank oder der Kartenherausgeber rechnet den Eurobetrag zu einem eigenen Kurs in Franken um. Dieser Kurs ist nicht derselbe wie der Mittelkurs, der in Nachrichten genannt wird.
  • Die Bearbeitungsgebühr: Viele Herausgeber verlangen einen Prozentsatz auf Zahlungen im Ausland oder in Fremdwährung.

Bei Geldspielen kommt bei manchen Karten ein dritter Block dazu: eine besondere Kommission auf Lotterie-, Wett- und Casino-Transaktionen. Und bei der Auszahlung kann sich der Vorgang in umgekehrter Richtung wiederholen, wenn ein Eurobetrag auf ein Frankenkonto zurückfliesst.

Gebühren der Zahlungsmittel laut Anbieter

Die folgende Tabelle fasst zusammen, was die Anbieter auf ihren eigenen Seiten angeben. Andere Banken und Kartenherausgeber haben eigene Preisblätter; die Zahlen lassen sich nicht übertragen.

ZahlungsmittelGebühr laut AnbieterHinweis
PostFinance Card (Debit, CHF)1,5 % Bearbeitungsgebühr auf Einkäufe im Auslandgilt ausdrücklich auch für Onlineshops ausländischer Händler
Mastercard Value (Prepaid, PostFinance)1,7 % auf Transaktionen im Auslandzusätzlich 3,5 % Kommission, maximal CHF 100, auf Lotterie-, Wett- und Casino-Transaktionen, ausgenommen Swisslos und Loterie Romande
TWINTkeine FremdwährungZahlungen laut ZKB derzeit nur in Schweizer Franken möglich

Für die Prepaid-Karte hält PostFinance fest, dass der verwendete Wechselkurs (Verkaufskurs) einmal täglich festgelegt wird und für die Verarbeitung am nächsten Werktag gilt. Eine Zahlung am Freitagabend kann also zu einem anderen Kurs abgerechnet werden als zu jenem, der im Moment der Einzahlung im Netz zu sehen war. Mehr zu den einzelnen Zahlungswegen steht auf den Seiten zu PostFinance und TWINT.

Rechenbeispiele mit angenommenem Kurs

Erstes Beispiel: 100 Euro Einzahlung

Für das Beispiel gelten zwei Annahmen, die ausdrücklich nicht dem aktuellen Kurs entsprechen müssen: Der Kartenherausgeber rechnet zu 0.93 Franken pro Euro um, und die Gebühren werden auf den umgerechneten Frankenbetrag erhoben.

  1. Umrechnung: 100 Euro × 0.93 = CHF 93.00.
  2. Debitkarte mit 1,5 % Bearbeitungsgebühr: 1,5 % von CHF 93.00 = CHF 1.40 (gerundet). Belastung insgesamt: CHF 94.40.
  3. Prepaid-Karte mit 1,7 % und 3,5 % Kommission: 1,7 % von CHF 93.00 = CHF 1.58; 3,5 % von CHF 93.00 = CHF 3.26. Fallen beide Positionen an, beträgt die Belastung CHF 97.84.
  4. Vergleich: Die Differenz zwischen den beiden Karten liegt im Beispiel bei CHF 3.44 auf einer einzigen Einzahlung von 100 Euro.

Wer zehnmal im Monat 100 Euro einzahlt, multipliziert diese Beträge entsprechend. Die Gebühren hängen nicht vom Spielausgang ab; sie fallen auch dann an, wenn das Guthaben anschliessend verspielt wird.

Zweites Beispiel: Umsatzbedingungen in Euro

Bonusbedingungen verlangen oft, dass ein Bonus mehrfach umgesetzt wird, bevor eine Auszahlung möglich ist. Für das zweite Beispiel gelten wieder Annahmen: ein Bonus von 100 Euro, eine Umsatzbedingung von dem 35-Fachen und ein Kurs von 0.93 Franken pro Euro.

  1. Erforderlicher Umsatz: 100 Euro × 35 = 3'500 Euro.
  2. In Franken entspricht das bei der angenommenen Rate CHF 3'255.
  3. Sinkt der Euro während der Spielzeit auf angenommene 0.90 Franken, ist der Bonus nur noch CHF 90 wert, der Umsatz bleibt aber bei 3'500 Euro.

Die Umsätze innerhalb des Spielerkontos lösen keine Kartengebühren aus, weil kein Geld zwischen Bank und Anbieter fliesst. Das Wechselkursrisiko liegt trotzdem bei der Spielerin oder beim Spieler: Bonus, Einsätze und Gewinne laufen in Euro, die eigenen Ausgaben und Einnahmen in Franken. Wie Bonusangebote grundsätzlich aufgebaut sind, beschreibt die Seite zu Casino-Bonus.

Auszahlung: der Weg zurück in Franken

Bei einer Auszahlung in Euro auf ein Frankenkonto rechnet die empfangende Bank den Betrag erneut um. Damit entsteht ein zweites Mal eine Kursdifferenz. Wie gross sie ist, hängt vom Ankaufskurs der Bank ab. Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht; massgebend ist das Preisblatt der eigenen Bank.

Ein Eurokonto vermeidet die Umrechnung bei der Gutschrift, verschiebt sie aber nur auf den Zeitpunkt, an dem das Geld in Franken gebraucht wird. Ob für Kartenzahlungen ab einem Eurokonto weitere Gebühren anfallen, regelt das Preisblatt der jeweiligen Bank.

Zu beachten ist auch der Zeitpunkt: Zwischen Einzahlung und Auszahlung können Tage oder Wochen liegen. In dieser Zeit verändert sich der Kurs. Ein Gewinn in Euro kann in Franken gerechnet kleiner oder grösser ausfallen als zum Zeitpunkt des Spiels, ohne dass sich am Spielergebnis etwas geändert hat.

Ein Beispiel aus dem bewilligten Bereich: EuroMillions

Dass Euro und Franken im Geldspiel aufeinandertreffen, ist nicht auf ausländische Angebote beschränkt. EuroMillions wird in mehreren Ländern gemeinsam gespielt. Nach den Spielregeln von Swisslos beträgt der Einsatz in allen Vertragsgebieten 2.20 Euro pro Voraussage und Ziehung. Swisslos rechnet diesen Betrag zu einem selbst festgesetzten Kurs in Franken um; der Einsatz pro Voraussage beträgt CHF 3.50, davon CHF 3.00 für EuroMillions und CHF 0.50 für das Zusatzspiel 2. Chance. Bezahlt werden kann er nur in Schweizer Franken.

Die Gewinne werden für alle Länder in Euro ermittelt. Swisslos zahlt sie in Franken aus, umgerechnet zum Bankkurs am Ziehungsabend, und rundet auf fünf Rappen. Differenzen aus Kursschwankungen gleicht Swisslos über höhere oder tiefere Gewinnquoten in den Rängen 2 bis 13 aus. Das Wechselkursrisiko liegt damit beim Veranstalter und beim Gewinnplan, nicht bei der einzelnen Zahlung. Kartengebühren für Fremdwährung fallen nicht an, weil die Zahlung in Franken erfolgt.

Bonus und Steuern

Für die Steuern zählt nicht, in welcher Währung ein Gewinn gutgeschrieben wird, sondern wer ihn ausrichtet. Gewinne aus Spielbankenspielen bei einer konzessionierten Schweizer Spielbank sind nach Artikel 24 Buchstabe i des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) steuerfrei. Das Merkblatt der Steuerverwaltung des Kantons Schwyz hält fest, dass Gewinne aus nicht bewilligten Grossspielen und Online-Casinos voll als Einkommen steuerbar sind, ohne Freibetrag. Einzelheiten stehen im Beitrag zur Versteuerung von Online-Casino-Gewinnen.

Für Gratisguthaben gilt in der Schweiz eine eigene Regel: Nach Artikel 50 VGS gehört ein Gratisspielguthaben nicht zum Aktivsaldo, der jederzeit ausbezahlt werden muss. Gratisspiele brauchen nach Artikel 79 VGS eine Bewilligung der Aufsichtsbehörde und dürfen sich nicht an Minderjährige, gefährdete oder gesperrte Personen richten.

Übersicht der Kostenpunkte

  • Kurs des Kartenherausgebers bei der Einzahlung.
  • Bearbeitungsgebühr für Fremdwährung oder Ausland laut Preisblatt.
  • Allfällige Kommission auf Geldspiel-Transaktionen bei Kreditkarten.
  • Kursänderung während der Laufzeit eines Euro-Bonus.
  • Kurs der Bank bei der Gutschrift einer Euro-Auszahlung.
  • Steuerliche Behandlung je nach Bewilligung des Anbieters.

Geldspiel kann süchtig machen. Wer das eigene Spielverhalten überprüfen möchte, findet bei SOS Spielsucht unter sos-spielsucht.ch einen Selbsttest und die kostenlose Helpline 0800 040 080.

Häufige Fragen

Welche Gebühr verlangt PostFinance für Zahlungen an ausländische Onlineshops?

Für die PostFinance Card nennt PostFinance eine Bearbeitungsgebühr von 1,5 % auf Einkäufe im Ausland, ausdrücklich auch bei Onlineshops ausländischer Händler. Mehr dazu auf der Seite zu PostFinance.

Kann man mit TWINT in Euro bezahlen?

Laut Zürcher Kantonalbank sind TWINT-Zahlungen derzeit nur in Schweizer Franken möglich.

Warum kostet EuroMillions CHF 3.50, obwohl der Einsatz 2.20 Euro beträgt?

Swisslos rechnet die 2.20 Euro zu einem eigenen Kurs um. Der Frankeneinsatz enthält CHF 3.00 für EuroMillions und CHF 0.50 für das Zusatzspiel 2. Chance.

Sind Gewinne aus einem Euro-Casino steuerfrei?

Nein. Gewinne aus nicht bewilligten ausländischen Online-Casinos sind laut Merkblatt des Kantons Schwyz voll als Einkommen steuerbar. Siehe Gewinne versteuern.

Quellen

  1. PostFinance Card in CHF – PostFinance
  2. Häufig gestellte Fragen zum Geldspiel – ESBK
  3. Prepaid-Kreditkarte Mastercard Value – PostFinance
  4. In welchen Währungen kann ich mit ZKB TWINT bezahlen? – Zürcher Kantonalbank
  5. EuroMillions mit 2. Chance: Spielregeln und Teilnahmebedingungen – Swisslos
  6. Verordnung über Geldspiele (VGS), SR 935.511 – Fedlex
  7. Merkblatt Besteuerung von Geldspielgewinnen – Steuerverwaltung Kanton Schwyz

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