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Swisslos und Loterie Romande: Gebiete, Angebot und Verteilung der Reingewinne

Lotto & Spiele · Veröffentlicht · Aktualisiert

Hände füllen einen Lottoschein an einer Theke aus als Symbol für Swisslos und Loterie Romande

Die Schweiz hat zwei grosse Lotteriegesellschaften, die sich das Land nach Sprachregionen aufteilen. Beide sind gemeinnützig, unterscheiden sich aber in Rechtsform, Angebot und Verteilung der Gewinne. Der Beitrag stellt die beiden Veranstalterinnen mit ihren Zahlen für 2025 nebeneinander.

Inhalt dieser Seite (8)
  1. Die rechtliche Grundlage
  2. Wer in welchem Kanton anbietet
  3. Das Angebot im Vergleich
  4. Wohin der Reingewinn von Swisslos fliesst
  5. Wohin der Reingewinn der Loterie Romande fliesst
  6. Spielerschutz und Prävention
  7. Der Gesamtmarkt in Zahlen
  8. Häufige Fragen

Wer in Zürich einen Lottoschein ausfüllt, spielt bei Swisslos. Wer in Lausanne dasselbe tut, spielt bei der Loterie Romande. Für die Spielerinnen und Spieler sehen viele Angebote ähnlich aus: Swiss Lotto, EuroMillions, Rubbellose und Sportwetten gibt es in beiden Landesteilen. Hinter den Kulissen arbeiten aber zwei getrennte Organisationen mit eigenen Gebieten, eigenen Gremien und eigenen Regeln für die Verteilung der Gewinne.

Dieser Beitrag erklärt die rechtliche Grundlage, die Aufteilung nach Kantonen und die Wege, auf denen die Reingewinne zu Vereinen, Kulturprojekten und Sportanlagen gelangen. Die Zahlen stammen aus der Gross- und Kleinspielstatistik der interkantonalen Aufsichtsbehörde Gespa und aus den Angaben der beiden Gesellschaften.

Die rechtliche Grundlage

Lotterien und Sportwetten, die automatisiert, interkantonal oder online durchgeführt werden, sind nach Artikel 3 des Geldspielgesetzes (BGS) Grossspiele. Sie brauchen eine Bewilligung der interkantonalen Aufsichtsbehörde, der Gespa. Spielbanken sind dagegen Sache des Bundes und der Eidgenössischen Spielbankenkommission.

Für die Gewinne aus Lotterien und Sportwetten setzt das BGS einen klaren Rahmen. Nach Artikel 125 verwenden die Kantone die Reingewinne vollständig für gemeinnützige Zwecke, namentlich in den Bereichen Kultur, Soziales und Sport. Die Mittel dürfen nach Artikel 126 nicht in die ordentliche Staatsrechnung fliessen und werden den Kantonen zugewiesen, in denen gespielt wurde. Artikel 128 verlangt Transparenz: Die Kantone veröffentlichen jährlich, wie die Mittel verwendet wurden.

Wer in welchem Kanton anbietet

Die Schweiz ist zwischen den beiden Gesellschaften nach Sprachregionen aufgeteilt. Die Spielregeln von Swisslos für EuroMillions beschreiben das so: Swisslos führt das Spiel im Gebiet der Deutschschweiz, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch, die Loterie Romande im Gebiet der Westschweiz.

MerkmalSwisslosLoterie Romande
GebietDeutschschweizer Kantone, Tessin, LiechtensteinWaadt, Genf, Wallis, Freiburg, Neuenburg, Jura
Verteilschlüssel zwischen den KantonenBevölkerungszahl und Spielumsatzje zur Hälfte Bevölkerung und Bruttospielertrag im Kanton
Bruttospielertrag 2025CHF 772,7 Mio.CHF 429,8 Mio.
Reingewinn 2025CHF 562 Mio.CHF 252 Mio.
Online-Anteil am Bruttospielertrag 202528 % (Gespa)18,6 % (Loterie Romande)

Swisslos wurde nach eigenen Angaben 1937 gegründet und ist eine Genossenschaft mit Hauptsitz in Basel. Genossenschafter sind die Kantone der Deutschschweiz und der Kanton Tessin. Seit 1968 führt Swisslos gestützt auf einen Vertrag auch Lotterien und Sportwetten in Liechtenstein durch. Die Loterie Romande verteilt ihre Mittel an die sechs Westschweizer Kantone Waadt, Genf, Wallis, Freiburg, Neuenburg und Jura; ihre Verteilregeln stützen sich auf ihre Statuten und auf die Westschweizer Konvention über die Geldspiele.

Das Angebot im Vergleich

Beide Gesellschaften bieten Ziehungsspiele, Lose und Sportwetten an. Einige Spiele werden gemeinsam durchgeführt. Beim Zusatzspiel 2. Chance zu EuroMillions etwa werden die Einsätze aus beiden Gebieten gepoolt, es gibt eine gemeinsame Ziehung, und die Gewinnquoten werden gemeinsam berechnet. Auch die Wechselkurse für EuroMillions legen die beiden Gesellschaften koordiniert fest. Wie die Gewinnwahrscheinlichkeiten bei Swiss Lotto und EuroMillions aussehen, zeigt der Beitrag zu den Gewinnchancen im Swiss Lotto.

Unterschiede gibt es bei einzelnen Produkten. Swisslos nennt auf seiner Website unter anderem Swiss Lotto mit Joker, EuroMillions, EuroDreams, die Sportwetten Sporttip sowie Jass und Clix. Bei der Loterie Romande heisst das Sportwettenangebot JouezSport; laut Jahresbericht 2025 umfasste es 26 Sportarten. Nur in der Westschweiz gibt es die Loterie électronique: Laut Gespa erzielte sie 2025 einen Bruttospielertrag von CHF 52,3 Mio. und machte damit 12 % des Bruttospielertrags der Loterie Romande aus. Zu den Wetten in der Schweiz informiert die Seite zu legalen Sportwetten.

Verkaufsstellen

Die Loterie Romande zählte 2025 nach eigenen Angaben 2'350 Verkaufsstellen, davon 707 Cafés und Restaurants, 733 Kioske und 902 Geschäfte. An ihre Partner zahlte sie Provisionen von CHF 79,2 Mio. Für Swisslos enthalten die geprüften Seiten keine aktuelle Gesamtzahl der Verkaufsstellen.

Online spielten 2025 bei der Loterie Romande rund 180'000 Personen. An Spielende zahlte sie im selben Jahr knapp CHF 1 Mrd. an Gewinnen aus, und sie zählte 35 neue Millionärinnen und Millionäre aus Ziehungsspielen: 25 mit Swiss Lotto, 6 mit Joker und 4 mit EuroMillions.

Wohin der Reingewinn von Swisslos fliesst

Von den CHF 562 Mio. Gewinn 2025 gingen laut Swisslos CHF 506 Mio. an die Lotterie- und Sportfonds der Kantone und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Diese unterstützt Swiss Olympic einschliesslich Sporthilfe sowie Fussball und Eishockey in Ausbildung und Nachwuchsförderung.

Wie viel ein Kanton erhält, richtet sich nach einem Schlüssel aus Bevölkerungszahl und Spielumsatz. Über die Verwendung entscheiden die Kantone selbst. Den höchsten Betrag erhielt 2025 der Kanton Zürich mit CHF 120,9 Mio.; an Liechtenstein gingen CHF 3,1 Mio. Swisslos zufolge unterstützen die kantonalen Fonds jedes Jahr weit über 21'000 Projekte in Kultur, Sport, Umwelt und Sozialem.

Wohin der Reingewinn der Loterie Romande fliesst

Die Loterie Romande weist für 2025 einen Gewinn von CHF 252'005'294 aus. Davon gingen CHF 19,6 Mio. an den nationalen Sport, also an Swiss Olympic, die Stiftung Schweizer Sporthilfe, den Schweizerischen Fussballverband und den Eishockeyverband, sowie CHF 2,9 Mio. an den Pferdesportverband. Der verbleibende Betrag von CHF 229,5 Mio. ging an die Verteilorgane der Kantone.

  1. Verteilschlüssel zwischen den Kantonen: Je zur Hälfte nach Bevölkerung und nach dem im Kanton erzielten Bruttospielertrag.
  2. Aufteilung innerhalb der Kantone: 85 % für Soziales, Kultur, Bildung, Gesundheit, Forschung, Umwelt, Tourismus und Denkmalpflege, 15 % für den Sport.
  3. Direkte Vergabe: Höchstens 30 % des Kantonsbetrags können direkt durch die Regierung oder eine kantonale Dienststelle vergeben werden.
  4. Interkantonale Projekte: Dafür wurden 2025 CHF 11,6 Mio. verteilt.

Nach Kantonen verteilt wurden 2025 in der Waadt CHF 79,7 Mio., in Genf CHF 44,6 Mio., im Wallis CHF 41,4 Mio., in Freiburg CHF 28,5 Mio., in Neuenburg CHF 15,5 Mio. und im Jura CHF 8,7 Mio. Nach Bereichen entfiel der grösste Betrag auf die Kultur mit CHF 88,6 Mio., gefolgt vom Sport mit CHF 42,0 Mio. und Soziales und Alter mit CHF 36,9 Mio.

Ein Teil des Geldes wird vor der Verteilung an die Kantone gar nicht im Kanton ausgegeben: Für interkantonale Projekte darf das zuständige Gremium höchstens 10 % des verfügbaren Gewinns vergeben, im Sport höchstens 5 % des Sportanteils. Damit lassen sich Vorhaben fördern, die mehrere Westschweizer Kantone betreffen.

Spielerschutz und Prävention

Für die Prävention von exzessivem Spiel setzte die Loterie Romande 2025 nach eigenen Angaben CHF 2,1 Mio. ein, das entspricht 0,5 % ihres Bruttospielertrags. Sie meldet zudem 2'959 Kontrollen durch Testkäufer in Verkaufsstellen. Beide Gesellschaften unterstehen den Pflichten des Geldspielgesetzes zum Sozialkonzept, zu Spielsperren und zum Ausschluss Minderjähriger.

Für die Besteuerung macht es keinen Unterschied, ob ein Gewinn von Swisslos oder von der Loterie Romande stammt. Beide sind Schweizer Veranstalterinnen von Grossspielen, für die dieselben Freibeträge gelten. Details dazu stehen im Beitrag zur Verrechnungssteuer auf Lottogewinnen.

Der Gesamtmarkt in Zahlen

Laut Gespa erzielten die Grossspiele 2025 einen Umsatz von CHF 3,87 Mrd. und einen Bruttospielertrag von CHF 1,203 Mrd., 3,7 % weniger als im Vorjahr. Der Reingewinn beider Gesellschaften zusammen sank von CHF 854 Mio. im Jahr 2024 auf CHF 814 Mio. Pro Kopf der Bevölkerung wurden 2025 rund CHF 424 eingesetzt und CHF 292 als Gewinne ausbezahlt; netto blieben CHF 132 pro Person bei den Veranstalterinnen.

Nach Spielarten aufgeschlüsselt, zeigt die Gespa-Statistik, womit die beiden Gesellschaften ihr Geld verdienen:

SpielartBruttospielertrag 2025
Lottos (Ziehungsspiele)CHF 583,1 Mio.
LoseCHF 316,7 Mio.
SportwettenCHF 223,2 Mio.
Loterie électronique (nur Loterie Romande)CHF 52,3 Mio.
Pferdewetten (PMU)CHF 27,3 Mio.

Die Ziehungsspiele bleiben damit der wichtigste Ertragspfeiler, gefolgt von den Losen. Wie die Chancen bei Rubbel- und Ziehungslosen verteilt sind, beschreibt der Beitrag zu den Gewinnchancen bei Rubbellosen. Der Online-Anteil am Bruttospielertrag aller Grossspiele lag laut Gespa 2025 bei 24 %.

Geldspiele sollen Unterhaltung bleiben. Wer das eigene Spielverhalten prüfen möchte, findet bei SOS Spielsucht unter sos-spielsucht.ch einen Selbsttest und die kostenlose Helpline 0800 040 080.

Häufige Fragen

In welchen Kantonen ist die Loterie Romande tätig?

In den sechs Westschweizer Kantonen Waadt, Genf, Wallis, Freiburg, Neuenburg und Jura. Die übrigen Kantone und Liechtenstein gehören zum Gebiet von Swisslos.

Wie viel Gewinn erzielten Swisslos und Loterie Romande 2025?

Laut Gespa betrug der Reingewinn bei Swisslos CHF 562 Mio. und bei der Loterie Romande CHF 252 Mio., zusammen CHF 814 Mio.

Wer entscheidet, wofür das Geld verwendet wird?

Bei Swisslos entscheiden die Kantone über die Verwendung ihrer Fondsanteile. Bei der Loterie Romande verteilen kantonale Organe die Mittel, 85 % für gemeinnützige Bereiche und 15 % für den Sport.

Sind Gewinne von Swisslos und Loterie Romande gleich besteuert?

Ja, beide sind Schweizer Veranstalterinnen von Grossspielen. Mehr dazu im Beitrag zur Verrechnungssteuer auf Lottogewinnen.

Quellen

  1. Porträt: Interkantonale Landeslotterie – Swisslos
  2. Mittelfluss: Aufteilung des Swisslos-Gewinns – Swisslos
  3. Répartition des bénéfices 2025 – Loterie Romande
  4. Chiffres-clés 2025 – Loterie Romande
  5. Gross- und Kleinspielstatistik 2025 – Gespa
  6. EuroMillions mit 2. Chance: Spielregeln und Teilnahmebedingungen – Swisslos
  7. Bundesgesetz über Geldspiele (BGS), SR 935.51 – Fedlex

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